vom Bodensee zum Vierwaldstaetter

Vom Bodensee zum Vierwaldstaetter See

zu Wasser, zu Land und in der Luft

In der Schweiz braucht man kein eigenes Fahrzeug, das haben wir schon bei vielen anderen Besuchen festgestellt. Wir wollen 10 Tage mit dem Rucksack vom Bodensee zum Vierwaldstaetter See, das alles zu Fuss und mit oeffentlichen Verkehrsmitteln. Wir haben beide ein schweizer Halbpreis-Abo, mit dem man fast alle Zuege, Busse, Schiffe und Bergbahnen mit "Kinderfahrschein" benutzen kann. Wenn man oefter faehrt eine durchaus lohnende Angelegenheit. Wir haben bisher kaum Schweizer gesehen, die keins haben!!

Hier noch ein kleiner Hinweis zu den Wanderkarten: Wanderkarten fuer die Schweiz sind in Deutschland nicht leicht zu bekommen. Wir haben unsere in der Schweiz gekauft. Die am weitesten verbreiten sind die von Kuemmerly und Frey, die auch alle wichtigen Angaben beinhalten. Fuer Fernwanderungen bzw. Touren wie unsere sollte man sich Karten mit dem Masstab 1:50.000 zulegen. Bei den 1:25.000ern sind die Strecken nicht lang genug, die diese abdecken. Man muss dann zu viele Karten kaufen und mit sich rumtragen.

1. Tag
Am Morgen des 1. Juli 93 fahren wir mit einem "schoenen Zug der Bahn", naemlich mit einem alten TEE-Express nach Konstanz, von dort mit der SBB nach St. Gallen.
Von St. Gallen fahren wir mit der Schmalspurbahn ueber Herisau, der Hauptstadt des Kantons Appenzell-Ausserrhoden, Urnaesch nach Appenzell, der Hauptstadt von Appenzell-Innerrhoden.
Von dort geht ist es nur noch ein kleines Stueck bis Wasserauen (868 m), der Endstation der Bahn. Wir steigen um in die Gondelbahn zur Ebenalp (1640 m)
um dann zu Fuss auf schmalem
leicht absteigendem Pfad,
immer mit Blick auf den Saentis,
ueber das Wildkirchli
zum Seealpsee (1141)
am Fuss des Saentis zu wandern.
Hier wollen wir heute
auch uebernachten.

2. Tag
Eigentlich wollten wir zu Fuss auf den Saentis (2503 m). Leider nieselt es aber schon am Morgen. Wir machen uns zunaechst trotzdem auf den Weg, als wir aber bei der Messmeralp (1613 m) die Wolkenuntergrenze erreichen und wir sehen, dass auf dem Saentis auch noch reichlich Schnee liegt, machen wir uns auf den Rueckweg Richtung Wasserauen. Unterwegs gibt es auch noch einen richtigen Wolkenbuch, und als wir uns an eine kleinen alte Sennhuette unterstellen, werden wir von einem fast so alten Senn in den Huette gebeten, um uns aufzuwaermen.

Als wir fast wieder in Wasserauen sind hoert es endlich wieder auf zu regenen und wir entschliessen uns mit dem Zug nach Urnaesch und dann mit dem Bus auf die Schwaegalb zu fahren, um uns von dort mit der Seilbahn auf den Saentis bringen zu lassen. Hier oben sehen wir erst, wieviel Schnee noch liegt und dass der Weg fuer uns gestern durch den Nebel nicht ungefaehrlich gewesen waere. Da wir schon einmal hier sind, verbringen wir auch die Nacht hier oben im alten Saentishaus.

3. Tag
Am naechsten Morgen ist es hier oben klar, waehrend unten im Tal noch die Wolken haengen. Wir machen es den hier lebenden Steinboecken nach und begeben uns zu einem sehr reichhaltigen Fruehstueck ins "neue" Saentisrestaurant. Danach geht es wieder mit der Gondel hinab auf die Schwaegalp.
Etwas abseits von der Strasse bleiben wir noch einige Zeit, und beobachten die Touristen, die sich schon am Morgen in groesseren Mengen hier vergnuegen.

Der Bus bringt und dann ueber Nesslau nach Unterwasser, auf der Nordseite der Churfuersten wo wir 2 x uebernachten wollen

.

4. Tag
Am naechsten morgen fahren wir mit der Standseilbahn nach Iltois und von dort auf den Chaeserrugg, einem der Gipfel der Churfuersten. Hier oben gruent und blueht es. Das wissen auch eine Menge Schweizer, die hier oben wandern.
Auch wir machen einen Rundgang um den Gipfel und schauen auf der anderen Seite die fast senkrechten Felsen hinunter auf den mehr als 1500 Meter tiefer gelegenen Walensee. Es gibt auch einen Wanderweg nach unten, der zwischen den Felswaenden hinunter fuehrt nach Quinten, direkt am See.

Wir fahren jedoch wieder mit der Gondel hinunter nach Iltois um von hier zu Fuss an den Schwendiseen vorbei und ueber Wildhamas nach Oberdorf zu wandern und von dort mit dem Sessellift nach Lisighaus, bei Wildhaus zu bummeln. Von dort gehen wir am Bach entlang wieder zurueck nach Unterwasser.

5.+ 6. Tag
Leider stellen wir heute fest, dass wir unser Fernglas irgendwo unterwegs liegen gelassen haben. Wir vermuten, dass dies auf der Schwaegalp war und fahren nochmals dorthin zurueck. Leider ist aber auf unserem Rastplatz vom Vortag nichts mehr zu finden. Es bleibt uns nicht anderes uebrig, als ohne auszukommen. Da es jetzt schon spaet ist, fahren wir mit dem Zug ueber Buchs und Sargans an den Walensee, bis Walenstadt.

Das Wetter ist hier am Mittag wieder schoen geworden und so lassen wir uns mit dem Schiff zum anderen Ende des Walensees, nach Weesen bringen.

Dort steigen wir wieder in den Zug und sind am spaeten Nachmittag in Einsiedeln, mit seinem grossen, wirklich sehenswerten Benediktinerkloster. Am Abend gibt es noch ein starkes Gewitter mit stroemendem Regen und wir entschliessen uns auch hier zwei Naechte zu bleiben.

Am naechsten Tag schauert es immer noch stark und wir besichtigen das Kloster und machen nur einen kleineren Rundgang in der Umgebung.

7. Tag
Heute hat sich die Gewitterfront wieder verzogen und die Sonne strahlt vom Himmel. Wir machen uns zunaechst mit dem Bus auf nach Brunni. Hier liegen die Mythen vor uns, mit dem Uebergang zum Vierwaldstaetter See. Von Brunni gibt es eine private Seilbahn nach Holzegg (uebrigens auf unserer Tour die einzige Bahn, die wir trotz Halbpreis-Abo voll bezahlen mussten).
ein Blick zurueck auch hier gruesst das
Murmeltier
ein Blick nach vorn auf die Stadt Schwyz
Die Luecke zwischen dem kleinen und dem grossen Mythen heisst, wie kann es anders sein Zwueschet Mythen. Von der Seilbahn geht es steil durch den Wald hinauf aber der Weg lohnt sich. Wir haben von oben einen wunderbaren Ausblick ueber die Stadt Schwyz auf den Vierwaldstaetter See.
Wir wandern noch bis in die geschaeftige Stadt hinunter und fahren dann mit dem Bus ueber Brunnen nach Vitznau. Da Vitznau eine Schiffsanlegestelle und den Bahnhof zur Auffahrt auf die Rigi hat, wollen wir hier die restlichen Tage bleiben.

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8. Tag
Nach den Anstrengungen gestern wird sich heute ausgeruht und wir unternehmen eine grosse Schiffsrundfahrt auf dem See. Es geht von Vitznau nach Brunnen und Flueelen, wieder nach Vitznau und dann nach Luzern. Dort bummeln wir durch die Stadt und fahren am spaeten Nachmittag wieder mit dem Schiff nach Vitznau.

Eine Rundfahrt auf dem Vierwaldstaetter See bis Luzern
Die Kapellbruecke noch vor dem Brand im Originalzustand
9. Tag

Die Rigimusikanten Rigi - Kulm Blick in die Tiefe
Mit der Zahnradbahn geht es heute auf die Rigi, einem der schoensten Aussichtsberge der Schweiz. Bei klarem Wetter hat man von hier oben eine 360 Aussicht vom Schwarzwald ueber das schweizer Jura, die Walliser und die Berner Alpen bis nach Oesterreich und den Bodensee. Wir steigen gemaechlich ab vom Rigi Kulm, dem hoechsten Punkt der Bahn bis Rigi Scheidegg und fahren von dort auf der andere Seite der Rigi mit der Seilbahn bis Kraebel, besteigen hier wieder die Zahnradbahn und fahren nach Goldau. Hier geht es wieder mit dem Zug bis Kuessnacht und dem Bus nach Vitznau.


Die andere Seite

ist auch schoen
Alternativ-Tour
Eine andere lohnende Tour am Vierwaldstaetter See ist die Fahrt mit der Seilbahn auf das Stanser Horn. Hier sind bei guter Thermik viele Gleitschirme unterwegs. Ausserdem ist die Aussicht auf den Vierwaldstaettersee und die umgebenden Berge sehr schoen. Der Fussweg hinunter nach Stansstadt ist auch gut zu schaffen.

10. Tag
Was macht man an einem regnerischen Tag am Vierwaldstaetter See. Man geht ins Verkehrshaus nach Luzern! Wir setzen uns in Vitznau wieder aufs Schiff bis zum Verkehrshaus. Im Verkehrshaus kann man fast alles sehen, was faehrt, schwimmt oder fliegt. Das Verkehrshaus ist ein absulutes "muss" fuer alle Eisenbahnfans. In mehreren grossen Hallen kann man alle moeglichen Dampfloks, aber auch Diesel- und E-Loks oder Strassenbahnen bewundern. Es gibt aber auch Abteilungen ueber Schiffsverkehr und Flugzeuge und natuerlich Autos. Ausserdem findet man ein Planetarium und ein 360 Kino, in denen immer wieder andere Vorfuehrungen stattfinden. Hier im Verkehrshaus kann man zur Not auch eine ganze Regenwoche verbringen. Wir schaffen nur einen kleinen Teil, bei passender Gelegenheit wollen wir aber wiederkommen.

www.verkehrshaus.ch

11. Tag
Heute ist leider unser Abreisetag gekommen. Wir nehmen zum Abschluss noch einmal das Schiff, das uns nach Luzern zum Bahnhof bringt. Unser Zug bringt uns ueber Kuessnacht, Arth-Goldau, Zug, Zuerich und Schaffhausen wieder nach Hause. Wenn man genug Zeit hat, kann man aber auch von Vitznau mit der Rigi-Bahn hinauf, zur anderen Seite nach Goldau hinunter, mit dem Bus nach Arth, zum Zuger See, dann mit dem Schiff nach Zug und steigt dort erst wieder in die Eisenbahn um.

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